Ausgabe November 2010

Tadschikistan vor dem Bürgerkrieg

Am 19. September griffen in der Provinz Rascht, 200 Kilometer von der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe entfernt, radikale Aufständische einen Militärkonvoi der Regierung an. Dabei kamen 28 Soldaten ums Leben, 25 wurden verletzt und etwa 50 weitere als vermisst gemeldet. Regierungsangaben zufolge waren zuvor 25 Aufständische, darunter auch Kämpfer aus Afghanistan und sechs Tschetschenen, aus einem Sicherheitslager in Tadschikistan geflohen. Einer der Geflohenen war Ibrahim Nasreddinow, ein ehemaliger Häftling aus Guantánamo, der 2007 von den US-Behörden an Tadschikistan ausgeliefert und dort umgehend zu 23 Jahren Haft verurteilt worden war. Dieser konnte jedoch wenige Tage nach dem Ausbruch in einem Vorort von Duschanbe festgenommen werden.

Laut BBC-Angaben befand sich der angegriffene Militärkonvoi gerade auf der Suche nach den geflohenen Häftlingen und geriet dabei in einen Hinterhalt. Drahtzieher des Angriffs, so die tadschikische Regierung, waren die Fundamentalistenführer Abdullah Rachimow („Mullah Abdullah“), Alioldin Dolatow („Ali Bidek“) und Mirsa Khadsche Achmadow – allesamt Mitglieder des „Islamischen Bewegung Tadschikistans“, welche bereits im Verlauf des tadschikischen Bürgerkrieges von 1992 bis 1997 gegen die Zentralregierung gekämpft hatten.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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