Ausgabe Februar 2011

Fortschritt à la SPD

„Ein neuer Fortschritt ist nötig“, teilt uns die SPD in einem neuen Programmentwurf mit und dröhnt diese Tautologie über alle Medien ins Ohr der Bevölkerung: Alter Fortschritt, also die Änderung eines bestehenden Zustandes, ist out. Neuer, sozialdemokratischer Fortschritt ist in. Was aber mag der neue Schritt sein?

Die alte SPD, so viel ist man anscheinend sicher, „ist seit ihren Anfängen Partei des gesellschaftlichen Fortschritts“. Doch was sich da zusammenpräambelt, ist der fortschreitende Missbrauch der deutschen Sprache zum Zwecke der Verschleierung: Zwar waren die Anfänge mal fortschrittlich, aber über die Zeit der „Reformen“ von 1998 bis 2005 wollen wir hier nicht reden, schreibt uns faktisch die SPD. Denn: Wir wollen jetzt mal was anderes.

Alles neu eben: Die SPD legt ein Programm vor, in dem das Wort „neu“ allein in der Inhaltsangabe neun Mal vorkommt. Im Text stolpert man dann so häufig über die sozialdemokratischen Neuigkeiten, dass man sich an die Werbeslogans der 70er Jahre erinnert: das neue Persil, das neue Sunil, die neue Blendax. Doch während das Volksliedgut weiß, dass der Mai alles neu macht, ist es bei der SPD ihre Lage als Oppositionspartei, die scheinbar neue Töne erklingen lässt.

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Aktuelle Ausgabe März 2020

In der März-Ausgabe analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der »Blätter«-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, wie die US-Demokraten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnten. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für die Wiederaneignung des Nationenbegriffs, den sie nicht den Rechten überlassen möchte. Der Umweltaktivist Bill McKibben setzt auf die Kraft der Sonne und des gewaltfreien Protests, um die Klimakrise noch aufzuhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

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