Biographie von Uli Gellermann

Uli Gellermann, geb. 1945 in Düsseldorf, Journalist und Filmemacher.

Im Folgenden finden Sie sämtliche »Blätter«-Beiträge von Uli Gellermann.

Uli Gellermann in den »Blättern«

Wir alle sind Charlie & Ali

Kaum eine erste Zeitungsseite, kaum ein TV-Sender, kaum eine Radiosendung, die nach dem Pariser Anschlag auf den Slogan „Wir alle sind Charlie“ verzichten wollte. Die zwölf in Paris Ermordeten der Zeitung „Charlie Hebdo“ erfuhren Zuwendung und Trauer in aller Welt.

Spiel und Kapital

50 Jahre Bundesliga auf allen Kanälen: Kein Sender, keine Zeitung, die nicht in schier endlosen Serien nostalgisch zurückschaute auf die Heroen unserer Kinderjahre – von Walter und Seeler, über Beckenbauer und Breitner, bis hin zu Reus und Götze.

Päpstin Petra

Wir waren Papst. Wir werden Päpstin. So kurz lässt sich die frohe Botschaft zusammenfassen, die nach dem Rücktritt Papst Benedikts die Welt retten wird. Denn dass die Welt gerettet werden muss, daran kann kein Zweifel bestehen. Schon die bedrohliche Vision, dass der nächste Papst kein Deutscher sein könnte, jagt der Menschheit tiefe Schrecken ein.

Christliche Homophobie

Jubel, Jubel, nichts als Jubel: Dass ein Wahlergebnis von knapp 98 Prozent, das Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag einfuhr, ansonsten nur in totalitären Staaten vorkommt, störte die Delegierten nicht. Sie brauchten dieses Erlösungsergebnis. Speziell die armen Funktionäre aus den Großstädten, die derzeit reihenweise ihre Wahlen verlieren.

Die deutschen Kennedys

Ich sage Ihnen, als Medienprofi sage ich Ihnen: Wir haben sie! Die deutschen Kennedys. Er immer smart wie ein iPhone und sie kühl & knackig & zugleich sexy, Karl-Theodor und Stephanie. Wir werden sie die „Guttis“ nennen. Das hat so einen Klang wie Goodies, Goodies good for Germany, oder so ähnlich.

Hexenverbrennung

Die Inquisition herrscht in Deutschland. Da ist ein Mann, der sagt einfach nur seine Meinung. Wie unsereiner auch, wenn wir am Stammtisch über Hitlers Autobahnen reden und darüber, dass wir den Krieg beinah gewonnen hätten. Da ist ein mutiger Aussprecher von Wahrheiten. Und was passiert? Man macht ihn mundtot!

Adel verpflichtet

Musik quillt aus dem Fernseher, wie Bratensoße von gestern: fettig, dick und zäh fließend – im Zweiten beginnt die Serie „ZDF-Royal“.

Schwarz-gelber Ringelpietz

So viel Sturm und Drang, so viel jugendlicher Elan, ja so viel Rekordeifer war selten in der Geschichte der Bundesrepublik: Mit Franz Josef Jung stellt diese Regierung den Minister mit der kürzesten Amtszeit.

Vertrauen und Bouletten

Haben Sie zu einer Koalition Vertrauen, die, obwohl die Bundeskasse leer ist, Steuern senken will? Glauben Sie den Regierungsparteien, dass die AKW-Laufzeiten verlängert werden müssen, derweil die angebliche „Stromlücke“ vom Umweltbundesamt als „Phantom“ bezeichnet wird? Trauen Sie einem adligen Nachwuchsminister, dessen Bruder das Familienschloss in eine steuersparende Stiftung überführt? Nein?

Das Derivat, es lebe hoch!

Als Mutti noch einen Geranienzweig ins Wasser stellte, auf dass dieser fadendünne Wurzeln bekomme, um dann den Ableger vorsichtig in einen mit Erde gefüllten Topf zu legen, gab es noch keine Derivate – außer denen von Mutti. Gute alte Zeit, als der Abkömmling, das Derivat, noch mit Liebe und Hoffnung auf füllige Pflanzen betrachtet wurde.

Tutti-Frutti-Wahlkampf

Zum ersten Mal in der Geschichte bundesrepublikanischer Wahlkämpfe stand ein Auto im Zentrum. Nein, kein Opel, der wäre zu inhaltlich gewesen; Ulla Schmidts Dienstwagen war der Gegenstand wochenlanger Mediendebatten. Die Damen und Herren in den Redaktionen hätten sich zwar auch mit dem SPD-Slogan „Weil Gesundheit kein Luxusprodukt werden darf“ auseinandersetzen können.