Ausgabe Februar 2011

Schweigen und siegen

Nein, die angekündigte „Rede seines Lebens“ hat Guido Westerwelle auf dem traditionellen Dreikönigstreffen der FDP nun wahrlich nicht gehalten. Das gelang weit eher seinem Generalsekretär Christian Lindner, der mit wenigen programmatischen Sätzen zum Nachfolger im Wartestand avancierte.

Für Westerwelles Leerformeln galt dagegen die alte Lateinerformel „Si tacuisses, philosophus mansisses“ – „Wenn du geschwiegen hättest, wärest du ein Philosoph geblieben.“ Fest steht schon heute: Wenn dereinst – und faktisch ist es nur noch eine Frage der Zeit – die „Freiheitsstatue der Republik“ (Westerwelle über Westerwelle) vom Zwergenaufstand der eigenen Partei gestürzt worden sein wird, wird uns sein groteskes: „Ihr – kauft – mir – den – Schneid – nicht – ab !“noch in den Ohren nachhallen.

Was man dagegen durch konzentriertes Schweigen alles erreichen kann, demonstrieren derweil Andere. Man denke nur an Olaf Scholz. Jahrelang nur bekannt und gefürchtet unter dem Namen „Scholzomat“, den er sich als SPD-Generalsekretär redlich verdiente. Denn in diesem Amte musste der Mann das tun, was er am wenigsten kann, nämlich reden. Kurzum: Es war ein Desaster und Scholz seinen Job nach kurzer Zeit wieder los.

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