Ausgabe Juli 2011

"Mehr als ein Auto"

Die Diktatur des Automobils

Im Sommer 1888 unternahm Bertha Benz mit ihren Söhnen eine Fernfahrt mit dem 1886 patentierten, dreirädrigen Motorwagen ihres Mannes Carl Benz. Sie führte von Mannheim nach Pforzheim und wurde im Juni dieses Jahres unter dem Titel „Bertha-Benz-Fahrt – 125 Jahre Automobil“ publikumswirksam wiederholt. Es war gewiss nicht die „erste“ erfolgreiche Fernfahrt; solche hatten britische Ingenieure bereits in den 1830er Jahren mit Dampfwägen getätigt. Dennoch war der schnell laufende Benzsche Einzylinder-Viertakt-Motor so etwas wie die Keimzelle der automobilen Revolution. Es ist daher von besonderer Ironie, dass ausgerechnet im Geburtsländle des ersten fahrtüchtigen „Benziners“ der erste grüne Ministerpräsident die Ampel für die Autoindustrie nun auf Gelb geschaltet hat.

Winfried Kretschmann forderte (kurz vor seiner Ernennung) in der „Bild“-Zeitung, das Ziel müsse nicht die Produktion von immer mehr, sondern von weniger Autos sein.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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