Ausgabe Juli 2011

Russischer Winter im arabischen Frühling

Während die NATO Krieg gegen Gaddafi führt, eskaliert Syriens Diktator Assad den Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Als dem UN-Sicherheitsrat Mitte Juni endlich eine Resolution vorgelegt wurde, welche die Gewaltanwendung verurteilte, sprach sich eine Vetomacht entschieden gegen deren Annahme aus, nämlich Russland.

Dass Moskau Assad die Stange hält, verwundert nicht, schließlich ist Syrien inzwischen der letzte Verbündete Moskaus in der Region. Im Land leben allein 30 000 russische Ehefrauen und Kinder von Syrern, die einst in der Sowjetunion studierten. Vor allem aber unterhält Russland seit 1971 in der Hafenstadt Tartus seine letzte Basis „im ferneren Ausland“, die 2010 vertraglich noch einmal aufgewertet wurde. Diesen letzten Trumpf will Moskau auf keinen Fall riskieren.

Das liegt auch darin begründet, dass Russland durch die Umwälzungen in der arabischen Welt bereits gewaltige Einfluss- und Einnahmeverluste erlitten hat, was zu innenpolitischen Kontroversen über den richtigen außenpolitischen Kurs geführt hat. Hinzu kommt, dass am 11. März 2012 die fünfte postsowjetische Präsidentschaftswahl ansteht, die politisch wie ökonomisch mit den Geschehnissen in Nahost eng verquickt ist.

Putin vs.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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