Ausgabe März 2011

Die weibliche Seite der FARC

Nach ihrer Entführung im Jahr 2002 und während der darauf folgenden sechsjährigen Gefangenschaft der kolumbianischen Politikerin Ingrid Betancourt waren die „Bewaffneten Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ (FARC) regelmäßig in den Medien. Doch seit der Befreiung Betancourts vor fast drei Jahren ist die Berichterstattung zur FARC abgeflaut – ungeachtet der anhaltenden Gefechte mit dem Militär und entsprechender Opferzahlen. Kolumbiens neuer Präsident, Juan Manuel Santos, hatte zu seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr angekündigt, die Politik der „harten Hand“ gegenüber der FARC fortsetzen zu wollen. Und wie zum Beweis ermordete das Militär im September 2010 den FARC-Anführer Mono Jojoy.

In Europa und den USA werden die FARC für gewöhnlich nur negativ wahrgenommen. Doch die gesellschaftliche Funktion der Organisation lässt sich nicht nur an ihren kriminellen Aktivitäten wie Entführungen und Attentaten festmachen. Seit nunmehr 50 Jahren behaupten die FARC sich sowohl gegenüber den – auch dank der Unterstützung durch die USA – zahlenmäßig und materiell weit überlegenen kolumbianischen Streitkräften, als auch gegenüber den von Wirtschaftseliten gesponserten mächtigen Paramilitärs.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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