Ausgabe August 2012

Der präventive Ausnahmezustand

„Blockupy“ hat gesiegt, die Stadt Frankfurt ist blamiert – so oder ähnlich lautete der Tenor vieler Medien nach den mehrtägigen Krisenprotesten in Frankfurt am Main.[1] Etwa 30 000 Menschen demonstrierten dort auf der Abschlussveranstaltung gegen die Sparpolitik der EU-Troika – trotz des massiven Polizeiaufgebots. Die Frankfurter Stadtverwaltung reagierte überraschend repressiv auf die Proteste und hat damit für hitzige Debatten gesorgt.

Ein breites Bündnis aus Attac, der Linkspartei und weiteren linken Gruppen hatte unter dem Namen „Blockupy“ für den 16. bis 19. Mai dieses Jahres zu Protesten im Frankfurter Bankenviertel aufgerufen. Das Bündnis plante neben zahlreichen kulturpolitischen Veranstaltungen, verschiedene Plätze nach dem Vorbild der Occupy-Bewegung zu besetzen und die Zufahrtswege zur Europäischen Zentralbank (EZB) zu blockieren. Ziel war es, den Betrieb der Frankfurter Banken für einen Tag lahmzulegen. Den Höhepunkt sollte eine internationale Großdemonstration zum Abschluss der Protesttage bilden.[2]

Doch bis auf die Abschlussdemonstration konnten die meisten der geplanten Veranstaltungen gar nicht oder nur unter äußerst schwierigen Bedingungen stattfinden. Denn während der gesamten vier Aktionstage verbot die Frankfurter Stadtverwaltung jegliche Versammlung in der Innenstadt.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema