Ausgabe Februar 2012

Der Streit um die Genitalverstümmelung

Es ist ein sehr emotional und kontrovers diskutiertes Thema, dem sich die Ethnologin und Politikwissenschaftlerin Janne Mende widmet: die weibliche Genitalbeschneidung. Für die einen ist diese Praxis ein Verbrechen an jungen Mädchen, andere befürworten sie unter Berufung auf ein Recht auf Tradition. In ihrem Buch „Begründungsmuster weiblicher Genitalverstümmelung – zur Vermittlung zwischen Universalismus und Kulturrelativismus“ reflektiert Mende das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln – und bezieht deutlich Stellung gegen Genitalverstümmelung.

Die vor allem in afrikanischen und einigen asiatischen Ländern praktizierte traditionelle (Teil-)Beschneidung weiblicher Genitalien verletzt nicht nur das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit, sondern auch die Menschenrechte auf Gesundheit, Freiheit von Folter und grausamer, inhumaner Behandlung sowie schließlich – falls es zu tödlichen Komplikationen kommt – auch das Recht auf Leben. Internationale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO, das UN-Kinderhilfswerk UNICEF und der Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen
UNIFEM haben sich deshalb der Bekämpfung weiblicher Genitalverstümmelung verschrieben. Sie unterstützen Kampagnen zur Abschaffung dieser Praxis, die sowohl nach der Gesetzgebung der Europäischen Union als auch der arabischen Charta der Menschenrechte strafbar und in mehreren afrikanischen Ländern verboten ist.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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