Ausgabe April 2013

Papst Franziskus, der Politiker

Kein Italiener, kein Europäer – mit Jorge Mario Bergoglio wurde erstmals ein Lateinamerikaner zum Oberhaupt der Römisch Katholischen Kirche gewählt, ein Argentinier. Was kann Lateinamerika, wenn überhaupt, von Papst Franziskus erwarten?

Zunächst einmal dürfte klar sein, dass Franziskus politischen Einfluss in der Region anstreben wird, ganz ähnlich wie Papst Johannes Paul II. seine Autorität in seinem Heimatland Polen und ganz Mitteleuropa in dem Jahrzehnt nutzte, das mit dem Untergang des Kommunismus endete. Als Jesuit wurde Bergoglio in einem Orden geprägt, der im 16. Jahrhundert zur Bekämpfung der protestantischen Reformation entstand und für seine innerkirchliche Machtstellung ebenso berühmt ist wie für sein Streben nach weitergehendem politischen Einfluss. Es ist daher nicht überraschend, dass Bergoglio der Politik, selbst aus religiöser Sicht, stets einen zentralen Platz in seinem Wirken einräumte.

So hat er kein Blatt vor den Mund genommen, wann immer er sein Missfallen an der Regierungsweise der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und ihres Vorgängers und Gatten Néstor Kirchner zum Ausdruck brachte.

Sie haben etwa 20% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 80% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe September 2020

In der September-Ausgabe erkennt der Philosoph und »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas im Wiederaufbauplan der EU – 30 Jahre nach der Zäsur von 1989/90 – eine zweite Chance für die innerdeutsche wie auch für die europäische Einheit. Die Literaturwissenschaftlerin Sarah Churchwell beleuchtet die langen Linien des amerikanischen Faschismus – vom Ku-Klux-Klan bis zu Donald Trump. Der Wirtschaftshistoriker Adam Tooze plädiert angesichts des Handelskriegs zwischen China und den USA für eine neue globale Entspannungspolitik. Und die Islamwissenschaftlerin Alexandra Senfft portraitiert den Kampf der Frauen gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema