Ausgabe April 2013

Papst Franziskus, der Politiker

Kein Italiener, kein Europäer – mit Jorge Mario Bergoglio wurde erstmals ein Lateinamerikaner zum Oberhaupt der Römisch Katholischen Kirche gewählt, ein Argentinier. Was kann Lateinamerika, wenn überhaupt, von Papst Franziskus erwarten?

Zunächst einmal dürfte klar sein, dass Franziskus politischen Einfluss in der Region anstreben wird, ganz ähnlich wie Papst Johannes Paul II. seine Autorität in seinem Heimatland Polen und ganz Mitteleuropa in dem Jahrzehnt nutzte, das mit dem Untergang des Kommunismus endete. Als Jesuit wurde Bergoglio in einem Orden geprägt, der im 16. Jahrhundert zur Bekämpfung der protestantischen Reformation entstand und für seine innerkirchliche Machtstellung ebenso berühmt ist wie für sein Streben nach weitergehendem politischen Einfluss. Es ist daher nicht überraschend, dass Bergoglio der Politik, selbst aus religiöser Sicht, stets einen zentralen Platz in seinem Wirken einräumte.

So hat er kein Blatt vor den Mund genommen, wann immer er sein Missfallen an der Regierungsweise der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und ihres Vorgängers und Gatten Néstor Kirchner zum Ausdruck brachte.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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