Ausgabe August 2013

Öcalan und Erdogan: Auf dem Weg zum »osmanischen Frieden«?

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan steht zunehmend unter Druck. Sowohl im eigenen Land als auch in der Europäischen Union stößt die brutale Niederschlagung der Proteste im Gezi-Park und auf dem Taksim-Platz in Istanbul auf Unverständnis. Die unnachgiebige Haltung Erdogans belastet auch die ohnehin schwierigen Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei. Bei all dem gerät ein ganz anderer Konflikt aus dem Blickfeld: Der zwischen der türkischen Regierung und der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Erstmals seit dessen Beginn im Jahr 1984 scheint eine politische Lösung zum Greifen nah.

Bereits zum kurdischen Newrozfest am 21. März dieses Jahres hatte der Anführer der PKK, Abdullah Öcalan, aus dem Gefängnis heraus die PKK-Führung zur Beendigung des bewaffneten Kampfes aufgefordert. Diesem Aufruf folgte die PKK-Führung: Sie hat einen Waffenstillstand ausgerufen und sogleich mit dem Rückzug der etwa 2000 Kämpfer aus der Türkei in ihre Lager im benachbarten Irakisch-Kurdistan begonnen.

Zwar ist ein solcher Schritt für die PKK nicht neu: Seit dem ersten Waffenstillstand im März 1993 hat die Organisation schon insgesamt acht Mal einen Waffenstillstand verkündet.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema