Ausgabe Dezember 2013

Mexiko und die Logik des Drogenkrieges

Seit Jahren tobt in Mexiko ein regelrechter Krieg. In diesem bekämpfen sich verschiedene Drogenorganisationen[1], allen voran das Sinaloa-Kartell und die für ihre Brutalität berüchtigte Organisation der Zetas – untereinander sowie mit der Armee und verschiedenen Polizeieinheiten. Es geht um die Kontrolle von Transportwegen und Umschlagplätzen, der Kampf wird mit äußerster Brutalität geführt. Den Drogenorganisationen geht es dabei keineswegs nur um Drogenanbau und -handel. Auch Entführungen, Schutzgelderpressungen sowie Menschenhandel gehören zu ihrem Geschäft – immer mehr Menschen sind deshalb von ihren Operationen betroffen.

Seit die Regierung des rechtskonservativen Präsidenten Felipe Calderón den Drogenorganisationen im Jahr 2006 offiziell den Krieg erklärte und das Militär in massiven Operationen gegen sie einsetzte, ist die Gewalt regelrecht explodiert: Allein in der Präsidentschaftsperiode von Felipe Calderón (2006-2012) fielen dem Drogenkrieg mehr als 60 000 Menschen zum Opfer. Dazu kommen noch 25 000 verschwundene sowie zumindest 250 000 vertriebene Personen.

Angesichts dieser dramatischen Situation versprach der vor knapp einem Jahr ins Amt gewählte Präsident Enrique Peña Nieto von der Partei der Institutionellen Revolution (PRI), der ausufernden Gewalt ein Ende zu setzen.

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