Ausgabe Juni 2013

China vor der Revolution?

Die Kommunistische Partei und die Korruption

Wenn wir die Korruption nicht in den Griff bekommen, „könnte dies den Zusammenbruch der Partei und den Untergang des Staates bewirken.“ Diese Warnung richtete der scheidende Generalsekretär der KPCh, Hu Jintao, auf dem 18. Parteitag im November 2012 an seine Parteigenossen. Im Januar 2013 propagierte der neu berufene Parteichef Xi Jinping öffentlich eine Null-Toleranz-Politik gegenüber korrupten Politikern. Er schwor, sowohl „Tiger“ als auch „Fliegen“ unnachgiebig zu verfolgen – also große Tiere und kleine Fische im Partei- und Staatsapparat gleichermaßen.

Beide Spitzenfunktionäre bemühten sich, den Zorn der Öffentlichkeit in Sachen Korruption zu beschwichtigen, der überall im Lande zu machtvollen Demonstrationen geführt hatte. Doch muss man sich fragen, wie ernst Xis Worte zur Korruptionsbekämpfung zu nehmen sind. Immerhin verfügt Xis weitläufige Familie, wie die „Bloomberg News“ im vergangenen Juni berichteten, über milliardenschwere Vermögenswerte – Bodenschätze und Immobilien –, darunter auch die Beteiligung an einer Firma für Seltene Erden, die allein schon 1,73 Mrd. US-Dollar wert ist.

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Mai 2020

In der Mai-Ausgabe analysiert der Historiker Adam Tooze das radikal Neue der Coronakrise, deren ökonomische Folgen uns noch auf Jahrzehnte beschäftigen werden. Die Politikwissenschaftler Kurt M. Campbell und Rush Doshi zeigen, wie sich China im Kampf gegen die Pandemie als neue globale Führungsmacht positioniert – vor allem gegen die USA. Der Historiker Yuval Noah Harari mahnt, dass wir Herausforderungen wie Covid-19 nur in globaler Kooperation bewältigen können. „Blätter“-Redakteur Albrecht von Lucke erörtert, wie sich die Demokratie gegen den Ausnahmezustand bewähren kann – und muss. Und Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza sowie Franziska Fluhr widmen sich den Folgen der Coronakrise für den globalen Süden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Indien: Der große Exodus

von Ellen Ehmke

Es ist der größte Lockdown der Menschheitsgeschichte: Am 24. März verordnete Premierminister Narendra Modi dem indischen Subkontinent eine mehrwöchige Ausgangssperre, die mindestens bis Anfang Mai anhalten soll. Das Ziel: Die Ausbreitung des Coronavirus unter den knapp 1,4 Milliarden Inder*innen aufzuhalten.