Ausgabe Oktober 2013

Handelsschlager Kriegsmarine

Das 21 Jahrhundert gilt Strategen in den USA, Europa und China als „das maritime Jahrhundert“.[1] Davon ist auch die Admiralität der deutschen Marine überzeugt: „Freie Handelswege und eine gesicherte Rohstoffversorgung sind für die Zukunft von vitaler Bedeutung“, heißt es entsprechend eindeutig in den aktuellen „Verteidigungspolitischen Richtlinien“ der Bundesregierung.

Die Bedeutung der Meere wächst, nicht zuletzt als Folge der wirtschaftlichen Globalisierung. Diese lässt den Schiffsverkehr überproportional ansteigen: 90 Prozent des Welthandels führt inzwischen über das Meer. Schon heute ist Exportvizeweltmeister Deutschland eine Seemacht – zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht: Jedes dritte Containerschiff weltweit gehört deutschen Reedern, Investoren und Banken. Doch der Großteil des globalen deutschen Warenhandels muss „Nadelöhre in konflikthaften Regionen“ passieren, warnte kürzlich der frühere Inspekteur der Marine und informelle Chefstratege Lutz Feldt in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.[2]

Tatsächlich werden die globalen Warenströme aufgrund ihrer „Maritimisierung“ anfälliger für Störungen, sei es durch Piraten und Terroristen oder durch politische Verwerfungen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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