Ausgabe Februar 2014

Ostkongo oder Krieg ohne Ende?

Gerade erst war Hoffnung auf Frieden im Osten der Demokratischen Republik Kongo aufgekeimt, da erlitt sie schon wieder einen Dämpfer. Noch im November 2013 feierte die Bevölkerung einen, wie es schien, historischen Sieg der kongolesischen Streitkräfte (FARDC) über die Bewegung 23. März (M23), jener Rebellengruppe, die rund anderthalb Jahre lang große Gebiete in Nord-Kivu kontrolliert und kurzzeitig sogar Goma, das Wirtschaftszentrum des Ostkongo, eingenommen hatte.[1] Unterstützt von einer Eingreiftruppe der UN-Friedensmission im Kongo (MONUSCO), hatte die FARDC die Stellungen der M23 in der Provinz Nord-Kivu überrannt. Doch nun zeigt sich, dass der Erfolg über die M23 nicht mehr als ein Etappensieg Kinshasas gewesen ist. Seit fast 20 Jahren schon operieren im Ostkongo Dutzende Rebellengruppen. Im Kern geht es dabei um die Kontrolle der an Bodenschätzen reichen Gebiete in der Peripherie eines Landes von der sechsfachen Größe Deutschlands. Aber auch Konflikte zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen spielen eine gewichtige Rolle.

Für Kongos Präsident Joseph Kabila waren die Bilder einer siegreichen Armee ein seltener Grund zur Freude. Seit den Wahlen im November 2011 hieß es von der Regierung in Kinshasa immer wieder, sie sei am Ende – unabhängige Wahlbeobachter hatten übereinstimmend von massiven Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen berichtet.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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