Ausgabe Februar 2014

Südsudan: Die Tragödie als Chance?

Seit Mitte Dezember herrscht wieder Krieg im Südsudan – nur zweieinhalb Jahre nach Gründung des jungen Staates im Juli 2011. Nachdem es in der Hauptstadt Juba zunächst nur eine Auseinandersetzung zwischen Soldaten unterschiedlicher Volksgruppen gegeben hatte, griffen die Kämpfe innerhalb weniger Tage auf weite Landesteile über. Die südsudanesische Regierung um Präsident Salva Kiir wirft dem ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar vor, zusammen mit anderen Abtrünnigen aus dem Führungszirkel der Staatspartei SPLM (Sudan People’s Liberation Movement) einen Militärputsch geplant zu haben. Eine Reihe von hochrangigen Politikern wurde verhaftet, Riek Machar selbst gelang die Flucht. Kurz darauf stellte er sich an die Spitze von aufständischen Einheiten der Armee, die vor allem im ölreichen Nordosten des Landes große Gebiete kontrollieren.

Auf den ersten Blick handelt es sich bei dem Konflikt primär um einen machtpolitischen – zwischen zwei rivalisierenden Politikern. Doch es ist seine ethnische Dimension, die ihn so gefährlich macht: Salva Kiir stammt aus der weite Teile des Südsudan dominierenden Volksgruppe der Dinka, während Riek Machar die zweitstärkste Volksgruppe der Nuer repräsentiert. In dieser Verbindung liegt letztlich seine Sprengkraft.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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