Ausgabe Juni 2014

Die britische Blase und Labour ohne Biss

Für die Briten war am 25. Mai gleich zweimal Wahltag: zum einen Europawahl und zum anderen, in vielen Teilen des Landes, Kommunalwahl. Beides wichtige Tests für die Unterhauswahlen, die im Mai 2015 anstehen. Da sollte die konservativ-liberale Regierung eigentlich für ihre gnadenlose Austeritätspolitik bestraft werden – und Labour wieder zurück an die Regierung kommen, um diesmal alles besser zu machen. So sah es jedenfalls eine ganze Weile aus. Labour führte in allen Umfragen, trotz unklarem Programm, trotz Ed Miliband, dem 44 Jahre jungen Oppositionsführer, der weithin als Leichtgewicht verspottet wurde.

Doch seit Monaten schrumpft der Vorsprung der britischen Sozialdemokraten auf David Camerons Konservative. Noch im September 2013 lag Labour mit acht Prozentpunkten (40 gegenüber 32) vor den Tories. Ein solches Ergebnis hätte nach britischem Wahlrecht für eine satte absolute Mehrheit der Sitze im Unterhaus gereicht. Inzwischen aber glaubt niemand mehr daran, dass Labour im nächsten Jahr von einer Welle des Missvergnügens zurück an die Regierung getragen wird.

Stattdessen hat Cameron vor allem Ärger mit der Konkurrenz am rechten Rand. Die UK Independence Party (UKIP) fischt mit ihrem fulminanten Ergebnis bei der Europawahl eindeutig im Teich der Tories.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Schutzzölle und Ratlosigkeit: Europa und der China-Schock

von Merle Groneweg

Schon im Mai 2024 schrieb Paul Krugman, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, in seiner Kolumne für die »New York Times«, inzwischen sei klar, »dass sich ein zweiter China-Schock aufbaut«. Der sogenannte erste China-Schock bezieht sich auf die 1990er und 2000er Jahre, als Importe aus China schätzungsweise 1,5 Millionen Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe der USA verdrängten.