Ausgabe Juni 2014

Palästina: Frieden durch Recht

Siebzehn angesehene Menschenrechtsorganisationen, darunter Amnesty International und Human Rights Watch, sowie die prominenten Palästinensergruppen Ad-Dameer und al-Haq haben Anfang Mai einen Dringlichkeitsappell an die Regierung in Ramallah gerichtet: Sie möge unverzüglich dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) beitreten.[1] Denn dann könne dieser endlich dem Zustand ein Ende bereiten, dass mutmaßliche Verbrechen beider Seiten im israelisch-palästinensischen Konflikt juristisch ungesühnt bleiben. Das an Mahmud Abbas, den Palästinenserpräsidenten, adressierte Schreiben fordert die strafrechtliche Ahndung von Taten wie Folter, wahllosen Angriffen auf die Zivilbevölkerung und der expansiven israelischen Siedlungstätigkeit in den besetzten Gebieten.

„Geschähe dies, wäre das eine wichtige Botschaft, die anhaltende Straflosigkeit von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die in den Palästinensergebieten begangen werden, ein für allemal zu beenden“, heißt es dort wörtlich. Der Vorgang ist bedeutsam und eröffnet Chancen, die die Palästinenserführung und deren Unterstützer in aller Welt unbedingt nutzen sollten. Denn die Einschaltung des IStGH könnte eine möglicherweise entscheidende Konvergenz bislang unverbundener Phänomene bewirken.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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