Ausgabe Februar 2015

Kooperieren oder scheitern

Zum Tode von Ulrich Beck

Am 1. Januar starb im Alter von 70 Jahren der große Zeitdiagnostiker und Soziologe Ulrich Beck. Nur sechs Tage später wurde mit den Anschlägen von Paris seine zentrale Kategorie dramatisch bestätigt, nämlich die Weltrisikogesellschaft, in der Konflikte keinerlei Grenzen mehr kennen. Globalisierung und Individualisierung waren die beiden Pole des Soziologen Beck, das »kosmopolitische Europa« Ziel und Vision des engagierten Intellektuellen, streitbar verfochten auch gegen den herrschenden »Merkiavellismus«, so die typisch Becksche Begriffsprägung. In den letzten Jahren leitete Ulrich Beck ein großes Projekt des Europäischen Forschungsrats mit dem Ziel der Entwicklung eines »Methodologischen Kosmopolitismus«. Dessen Quintessenz lautete, theoretisch wie politisch: »Kooperieren oder scheitern«. Der gleichnamige, hier gekürzt (und auf www.blaetter.de in voller Länge) wiedergegebene »Blätter«-Artikel aus dem Februar 2011 liest sich daher auch ein wenig wie ein Vermächtnis Ulrich Becks. – D. Red.

Wenn eine Weltordnung zusammenbricht, beginnt das Nachdenken darüber.

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Zieht doch nach Duisburg!

von Utta Seidenspinner

Mit einem Mietendeckel will der rot-rot-grüne Berliner Senat die Hauptstädter entlasten: So sollen Vermieter nicht mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens verlangen dürfen. Das aber geht am Problem vorbei, argumentiert die Journalistin Utta Seidenspinner. Wer Mieter schützen will, muss grundsätzlichere Lösungen finden.