Ausgabe Februar 2015

Vor der Zerreißprobe: Wohin treibt die AfD?

Wenn sich die Alternative für Deutschland vom 30. Januar bis 1. Februar in Bremen zu ihrem dritten Bundesparteitag versammelt, steht diese Partei zunächst für eines – eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Gegründet vor nicht einmal zwei Jahren, am 6. Februar 2013, erhielt die AfD nur ein halbes Jahr später bei der Bundestagswahl 4,7 Prozent der abgegebenen Stimmen, genau genommen 2 056 985; sie verfehlte den Einzug ins Parlament somit nur um 125 000 Stimmen. Noch nie ist es einer neuen Partei gelungen, in so kurzer Zeit so knapp an die Fünfprozenthürde heranzukommen.[1]

Und der Erfolg setzte sich 2014 fort bzw. wurde sogar noch gesteigert – mit dem klaren Einzug in das Europaparlament und drei ostdeutsche Landtage. Insofern spricht sehr vieles dafür, dass die AfD – im Unterschied etwa zu den fast schon vergessenen Piraten – im parteipolitischen Wettbewerb keine Eintagsfliege bleiben wird. Eine Untersuchung des Allensbach-Instituts sieht die Voraussetzungen dafür erfüllt: „ein klares Zielprofil, in dem Themen von Gewicht dominieren; eine Positionierung, die von vielen und insbesondere den eigenen Anhängern als deutlich abweichend von anderen Parteien wahrgenommen wird; eine zurzeit enthusiastische und in den Positionen, die das Profil der AfD prägen, weitgehend geschlossene Anhängerschaft“.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Oktober 2020

In der Oktober-Ausgabe zeigt der Anthropologe Wade Davis, wie die Corona-Pandemie die gesellschaftlichen Widersprüche der USA offenlegt und ihren Niedergang als Weltmacht beschleunigt. Der Historiker Bernd Greiner porträtiert den einstigen US-Chefstrategen Henry Kissinger und dessen skrupellosen Willen zur Macht. Der Schriftsteller Zafer Şenocak fordert, dass die deutsche Außenpolitik endlich Verantwortung für die kolonialen Verbrechen übernimmt. Die Schriftstellerin Dina Nayeri beschreibt, wie ihre Fluchterfahrung ihre Identität bis heute zutiefst prägt. Und »Blätter«-Mitherausgeber Rudolf Hickel plädiert für soziale Gerechtigkeit bei der Begleichung der gewaltigen Corona-Schulden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema