Ausgabe Januar 2015

Afrika braucht mehr Deutschland

In der letzten Ausgabe plädierte Monika Knoche für eine aktive Friedenspolitik, die statt auf militärische Intervention auf Interessenausgleich setzt. Dagegen begrüßt der Sicherheits- und Afrika-Experte Tom Goeller, dass Deutschland längst auf dem Weg von der „Kultur der Zurückhaltung“ zu einer „Kultur der Verantwortung“ ist – wenn nötig, auch mit militärischen Mitteln.

Fast ein Jahr ist es her, dass Bundespräsident Gauck, Außenminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen – durchaus in unterschiedlicher Weise, aber im Grundton einig – ein verstärktes Engagement Deutschlands in Afrika gefordert haben. Eine militärische Komponente stand dabei zwar nicht im Vordergrund, wurde aber als Handlungsoption deutlicher als bisher angesprochen. Doch von nennenswerten Veränderungen ist seither wenig zu sehen. Dabei sind die blutigen Unruhen in der Zentralafrikanischen Republik nur das jüngste Beispiel eines Staatszerfalls auf dem Nachbarkontinent. Er begann vor zwei Jahren mit einem Putsch und mündete binnen weniger Monate in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen. Der Konflikt hat inzwischen Tausende von Menschenleben gefordert.

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In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

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