Ausgabe März 2015

Nigeria: Von Boko Haram zum Staatsversagen

Nigeria kommt nicht zur Ruhe. Immer wieder erschüttern Selbstmordattentate und Entführungen den Nordosten des Landes – verübt durch die islamistische Terrororganisation Boko Haram. Im Vorfeld der ursprünglich für Mitte Februar angesetzten Präsidentschaftswahl ist die Gewalt noch einmal eskaliert. Den bisher traurigsten Höhepunkt bildete die Invasion der Handelsstadt Baga nahe dem Tschadsee Anfang Januar. Kämpfer von Boko Haram ermordeten etwa 2000 Menschen und zerstörten zahllose Gebäude – und das, obwohl dort die Multinational Joint Task Force stationiert ist. Die Einheit, die sich aus Soldaten verschiedener Nachbarländer zusammensetzt, war ursprünglich zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität gedacht, in jüngster Zeit aber auch mit der Aufgabe betraut, gegen Boko Haram vorzugehen. Der Angriff auf die Stadt Baga zeigt in aller Deutlichkeit das eklatante Versagen der Sicherheitskräfte, der terroristischen Gefahr etwas entgegenzusetzen.

Zwar gelang es der Armee, die im Februar gestarteten Offensiven der Boko-Haram-Terroristen auf die im Nordosten gelegene Millionenstadt Maiduguri sowie auf die Großstadt Gombe vorerst abzuwehren. Doch angesichts der bedrohlichen Lage hat die nigerianische Wahlbehörde den Termin für die Präsidentschaftswahl kurzerhand um sechs Wochen auf den 28. März verschoben.

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