Ausgabe August 2026

Regenbogennation Südafrika: Geschürter Hass gegen Migranten

In vielen Regionen Südafrikas haben Tausende Menschen gegen Migration demonstriert, 30.6.2026 (IMAGO / Anadolu Agency)

Bild: In vielen Regionen Südafrikas haben Tausende Menschen gegen Migration demonstriert, 30.6.2026 (IMAGO / Anadolu Agency)

Der 30. Juni 2026 war ein denkwürdiger Tag in Südafrika. Bis zu dieser Deadline sollten alle illegalen Migrant:innen Südafrika verlassen haben, hatten die Organisatoren des für dieses Datum ausgerufenen Protesttags zuvor wochenlang und zunehmend lautstark gefordert. Entsprechend groß war die Angst vor einem fremdenfeindlichen Flächenbrand. Auf Social-Media-Kanälen und in Whatsapp-Gruppen kursierten etliche Fake News und Videos, die die Stimmung anheizten. Tonangebend war dabei »March and March«, nach eigenen Angaben eine Bürgerbewegung gegen illegale Migration – mit »South Africa First«-Rhetorik. Sie existiert erst seit Mitte 2025, ist aber offenbar gut organisiert und finanziert. Die Gründerin der Bewegung ist Jacinta Ngobese-Zuma, 40 Jahre alt, Ex-Radiomoderatorin, Aktivistin und Influencerin. Ihrer Bewegung ist es gelungen, landesweit zehn-tausende Südafrikaner:innen für ihre Protestmärsche zu mobilisieren und das ganze Land mit ihrem Ultimatum in Schrecken zu versetzen, ja sogar die Agenda der Regierung zu bestimmen. 

Einige Kommentatoren sprechen von einem Wendepunkt der Post-Apartheid-Ära. Migrant:innen aus anderen afrikanischen Staaten fliehen aus der sogenannten Regenbogennation, die einst auf ihre Willkommenskultur und ihre liberale Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik stolz war.

»Blätter«-Ausgabe 8/2026

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