Ausgabe Mai 2015

USA: Die Show beginnt

Es war der lang erwartete Paukenschlag zum Auftakt des US-Wahlkampfs: Am 12. April gab Hillary Clinton offiziell bekannt, dass sie für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten kandidiert. Clinton gilt als die aussichtsreichste Kandidatin der Demokraten. Und auch auf Seiten der Republikaner gibt es bislang niemanden, der ihr wirklich gefährlich werden könnte. Wie ernst die Republikaner Clinton nehmen, zeigt die Massivität, mit der sie die frühere Außenministerin bereits vor Bekanntgabe ihrer Kandidatur verunglimpften.

Zunächst kamen Gerüchte über Gesundheitsprobleme Clintons sowie über Streit und Desorganisationserscheinungen in ihrer engsten Umgebung auf. Auch nutzte man eine Kongressuntersuchung zu ihrer Rolle als Außenministerin, um Clinton als geeignete Präsidentschaftskandidatin in Frage zu stellen. Selbst ihr Ehemann, Bill Clinton, blieb von den Angriffen nicht verschont: Mit besonderem Eifer bemühten sich die Republikaner, den früheren Präsidenten zu diffamieren.

Die Art und Weise der Attacken verrät viel über den desolaten Zustand der amerikanischen Demokratie. Der gegenwärtige Kongress stützt sich, von nur 37 Prozent der Wahlberechtigten gewählt, auf eine ganz andere Wählerschaft als jene, die Präsident Barack Obama im Jahr 2012 mit einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent in seinem Amt bestätigte.

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