Ausgabe September 2015

The New Middle Beast

Saudi-Arabien vs. Iran: Der Kampf um die Vorherrschaft im Mittleren Osten

„The New Middle Beast“ – in weißen Buchstaben zog sich dieser Schriftzug über ein blutrotes Plakat, das im Sommer 2006 in den Trümmern der südlichen Vororte von Beirut aufgestellt wurde. Nach dem sogenannten Julikrieg gegen Israel hatten die Strategen der libanesisch-schiitischen Organisation Hisbollah ein Wortspiel kreiert. Sie machten sich über den damaligen US-Präsidenten George W. Bush lustig, der angekündigt hatte, einen „New Middle East“ schaffen zu wollen. Allerdings sieht es heute so aus, als sei tatsächlich das herausgekommen, was die Hisbollah seinerzeit vorhergesagt hat: Der Nahe Osten wirkt wie eine gefährliche Bestie, die von der Leine gelassen wurde und nun nicht mehr zu bändigen ist.

Diese Entwicklung lässt sich nur durch einen regionalen Grundkonflikt erklären – das ständige Kräftemessen zwischen den beiden Regionalmächten: die Islamische Republik Iran und das Königreich Saudi-Arabien. Lange Zeit war das Kräfteverhältnis relativ ausgeglichen. Der Iran verfügte über gewichtige Partner und Einflusszonen innerhalb und außerhalb der Region; dasselbe gilt für Saudi-Arabien. Dann aber begannen im Frühjahr 2011 die „Arabellionen“ in Tunesien, Ägypten, Libyen, Bahrain, Syrien und auch im Jemen. Manche Diktatoren wurden abgesetzt – sie flohen, wurden vor Gericht gestellt oder getötet. Andere sind nach wie vor an der Macht.

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In der Dezember-Ausgabe ergründet Thomas Assheuer, was die völkische Rechte mit der Silicon-Valley-Elite verbindet, und erkennt in Ernst Jünger, einem Vordenker des historischen Faschismus, auch einen Stichwortgeber der Cyberlibertären. Ob in den USA, Russland, China oder Europa: Überall bilden Antifeminismus, Queerphobie und die selektive Geburtenförderung wichtige Bausteine faschistischer Biopolitik, argumentiert Christa Wichterich. Friederike Otto wiederum erläutert, warum wir trotz der schwachen Ergebnisse der UN-Klimakonferenz nicht in Ohnmacht verfallen dürfen und die Narrative des fossilistischen Kolonialismus herausfordern müssen. Hannes Einsporn warnt angesichts weltweit hoher Flüchtlingszahlen und immer restriktiverer Migrationspolitiken vor einem Kollaps des globalen Flüchtlingsschutzes. Und die Sozialwissenschaftler Tim Engartner und Daniel von Orloff zeigen mit Blick auf Großbritannien und die Schweiz, wie wir dem Bahndesaster entkommen könnten – nämlich mit einer gemeinwohlorientierten Bürgerbahn. 

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