Ausgabe April 2016

Der Preis der Mutterschaft

Warum so wenige Frauen ganz oben und viel zu viele ganz unten sind

Heute konzentrieren sich viele Feministinnen vor allem auf ein Problem; und zwar nicht auf die gläserne Wand oder den „sticky floor“,[1] ein Begriff, den die Soziologin Catherine White Berheide Anfang der 1990er Jahre für die Tatsache prägte, dass Frauen ganz unten in schlecht bezahlten Jobs ohne große Aufstiegschancen „festkleben“. In den meisten Branchen und Berufen haben es Frauen inzwischen bis ganz oben geschafft, in der Politik, der Universität, bei Stiftungen und in vielen weiteren Spitzenjobs. Das Problem der Feministinnen ist vielmehr der „Great Stall“, der große Stillstand, also der Umstand, dass es beim Frauenanteil in all diesen Sparten seit Anfang der 1990er Jahre kaum Zuwachs gegeben hat. Offenbar kleben wir bei 15 Prozent fest, in guten Sparten bei bis zu 20, in schlechten nur bei 5 Prozent.

Dieser Stillstand treibt heute viele feministische Forscher und Vertreter des öffentlichen Lebens um. Fünfzig Jahre nach der zweiten Welle der Frauenbewegung werden Mädchen in dem Glauben erzogen, dass sie alles sein können, was sie wollen. Sie drängen mit hervorragenden Zeugnissen aus den besten Schulen in den Arbeitsmarkt. Doch wenn man sieht, dass immer mehr talentierte Frauen in ihre Karriere starten,[2] ist es umso frustrierender festzustellen, wie wenige es dann wirklich bis an die Spitze schaffen.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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