Ausgabe Juni 2016

Handys für die Kriegskasse

Jedes Jahr ein neues Smartphone oder ein neues Tablet – mit diesem Angebot buhlt die Telekom derzeit um Kunden. Schon jetzt verschwinden unzählige vermeintlich „alte“ Handys nach kurzem Gebrauch in der Schublade – und mit ihnen die darin verarbeiteten Rohstoffe, an denen – zumindest metaphorisch – oftmals Blut haftet.

Frank Poulsens preisgekrönte Dokumentation „Blood in the Mobile“ zeigt am Beispiel der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) eindrücklich, wie die für Handys, Computer und Tablets benötigten Mineralien bewaffnete Konflikte finanzieren. Bislang sind dem kongolesischen Bürgerkrieg rund fünf Millionen Menschen zum Opfer gefallen, bis zu zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht.[1] Am Leben gehalten wird der Krieg nicht zuletzt durch Erlöse aus dem Handel mit begehrten Ressourcen: Durch Tantal, das aus Coltan gewonnen wird, können etwa besonders kleine Kondensatoren mit zugleich vergleichsweise hoher Kapazität hergestellt werden; Zinn hingegen wird als Verbindungsmetall beim Lötprozess benötigt.[2]

Gegen den auch andernorts konfliktbehafteten Rohstoffhandel und die menschenunwürdigen Bedingungen in den Minen regt sich zunehmend Protest. Mit freiwilligen Initiativen versuchen einige Hersteller, ihr schlechtes Image aufzubessern.

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In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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