Ausgabe August 2017

Scheitern oder Gelingen: Zwei Jahre Flüchtlingsintegration

Vor zwei Jahren, im Sommer 2015, eskalierte das, was in den Medien herkömmlicherweise als „Flüchtlingskrise“ bezeichnet wird. Dabei hatten sich bereits in den Monaten zuvor die Anzeichen gehäuft, dass sich immer mehr Menschen aus dem Nahen Osten, insbesondere aus dem umkämpften Syrien, auf den Weg nach Europa machen würden. Doch die Bundesregierung hatte lange Zeit sämtliche Anzeichen verdrängt.

Heute stellt sich die entscheidende Frage, inwieweit die Integration der Geflüchteten tatsächlich gelingt. Wird der unerwartet starke Zustrom dem Rekordhoch bei der Beschäftigung und dem Vierteljahrhunderttief bei der Arbeitslosigkeit ein jähes Ende bereiten – also vor allem der Union einen Strich durch die Rechnung machen und das Erreichen des soeben in ihrem Regierungsprogramm verkündeten Ziels der Vollbeschäftigung verunmöglichen? Oder sollte das jetzt bereits ein Jahrzehnt lang andauernde „Zweite Deutsche Beschäftigungswunder“ tatsächlich auch für Flüchtlinge zum Normalfall werden?

Mit Blick auf die Bundestagswahl am 24. September kommt der Integration somit auch eine eminent politische Rolle zu. Zweifellos bleibt die Flüchtlingsfrage die Achillesferse der Regierung Merkel. Der Streit der Vorsitzenden von CDU und CSU, Angela Merkel und Horst Seehofer, um Obergrenzen in der Flüchtlingspolitik ist derzeit aus Wahlkampfgründen zwar offiziell ausgesetzt.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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