Ausgabe Mai 2017

Klima und G20: Einer gegen alle, alle gegen einen?

Bild: Public Domain

Donald Trump macht derzeit wahr, was viele Klimaschützer schon länger befürchtet haben: Per Dekret revidiert der US-Präsident zentrale Elemente der Umwelt- und Energiepolitik seines Vorgängers Barack Obama. Damit droht in der Klimadiplomatie der Ausfall des langjährigen Führungsgespanns, bestehend aus den beiden Supermächten USA und China.

Diese Sorge prägte schon den UN-Klimagipfel in Marrakesch, der im vergangenen November zeitgleich mit der US-Wahl stattfand. Noch in Marokko appellierte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks daher: „Sollte auf internationaler Ebene eine Lücke entstehen, sehe ich China und die EU in einer besonderen Verantwortung.“ Und Chinas Vizeaußenminister Liu Zhenmin warnte den neuen US-Präsidenten schon kurz nach dessen Wahl: „Die USA dürfen nicht denselben Fehler machen wie mit dem Kyoto-Protokoll.“ Er spielte damit auf das Schicksalsjahr 2001 an: Damals verlor der Demokrat und heutige Umweltschützer Al Gore gegen den Republikaner George W. Bush die Präsidentschaftswahl. Daraufhin ratifizierten die USA das Kyoto-Protokoll nicht, obwohl sie den Vertrag mit ausgehandelt hatten.

Allerdings wird sich die Geschichte nicht einfach wiederholen. Denn dieses Mal ist die Weltgemeinschaft ein paar Schritte weiter als damals: Der Klimaschutz ist in der internationalen Diplomatie heute fest verankert.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema