Ausgabe Oktober 2017

Hurrikan »Irma« und der Klimakrieg

Betrachten wir der Übersichtlichkeit halber nur, was innerhalb einer einzigen Woche auf einem einzigen Kontinent geschah, und zwar in Nordamerika: In Houston begann Anfang September die harte und unromantische Arbeit des Wiederaufbaus. Zuvor war Hurrikan „Harvey“ über Texas hinweggefegt, der den stärksten jemals in dem Bundesstaat gemessenen Regen mit sich brachte. Über weite Strecken war „Harvey“ ein Sturm, wie er nur einmal in 25 000 Jahren vorkommt, an bestimmten Orten sogar einer, wie er nur einmal in 500 000 Jahren eintritt.

Gleichzeitig stellte San Francisco mit 41,1 Grad Celsius nicht nur seinen Temperaturrekord ein, sondern schlug ihn gar um 1,5 Grad. Ein solcher Anstieg sollte nach 150 Jahren, also 55 000 Tagen, Wetteraufzeichnungen statistisch eigentlich unmöglich sein. Dasselbe heiße Wetter sorgte für Rekorde an der ganzen Westküste – außer an jenen Orten, an denen eine Rauchwolke von enormen Waldbränden die Sonne verdunkelte.

Nachdem ein Waldbrand sich irgendwie über den mächtigen Columbia River von Oregon in den benachbarten Bundesstaat Washington ausgebreitet hatte, berichteten Bewohner, die Asche falle so dick vom Himmel wie nach dem Ausbruch des Mount St. Helens 1980 – einem der stärksten Vulkanausbrüche des 20. Jahrhunderts.

Sie haben etwa 18% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 82% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema