Ausgabe September 2017

USA versus China: Der unausweichliche Krieg?

Auch wenn gegenwärtig die Nordkoreakrise alles zu überdecken droht, sollten wir dabei eines nicht übersehen: Planung und Vorbereitung eines amerikanisch-chinesischen Krieges sind in den Streitkräften beider Staaten mittlerweile weit fortgeschritten. Zwar hat keine Seite die geringste Idee, wann oder warum sie gegen die andere zu Felde ziehen sollte, aber beide stimmen in einer ganzen Liste möglicher Entwicklungen überein, die einen bewaffneten Konflikt auslösen könnten. Diese reichen von Marineeinsätzen im Streit um die Spratly- oder die Senkaku-Inseln bis hin zu einem ausgewachsenen Krieg um Taiwan, dessen Unabhängigkeit oder Wiedervereinigung mit dem Festland Chinas.

Der Kontext, in dem derartige Kontingenzen eintreten könnten, ist Ausdruck eines historisch gewachsenen und weiter andauernen Machtungleichgewichts. Entlang der chinesischen Grenzen stehen US-Streitkräfte auf vorgeschobenen Posten – ein auf die „Eindämmungs“-Politik des Kalten Krieges zurückgehendes Muster. Chinas Streitkräfte ihrerseits stehen dort, wo nach chinesischer Auffassung die Grenzen der Volksrepublik verlaufen. Peking sieht in den Vereinigten Staaten das Land, das am ehesten fähig und geneigt sein könnte, diese Grenzen zu verletzen und China anzugreifen.

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