Ausgabe November 2018

Smart City oder: Die Stadt der Konzerne?

Die Stadt der Zukunft soll in den kommenden Jahren in der kanadischen Metropole Toronto entstehen. Im ehemaligen Hafengebiet Quayside wird dann die sogenannte Smart City „Sidewalk Toronto“ errichtet. Ihr geplantes Straßenbild könnte einem Science-Fiction-Film entstammen: Autonom fahrende Taxis gleiten durch die Straßen, Roboter beseitigen den Müll über unterirdische Tunnelsysteme, surrende Drohnen liefern Waren und bestelltes Essen aus. Eine Unzahl von Sensoren und Kameras sammeln Daten und Bilder in öffentlichen Räumen und Gebäuden und nutzen sie zur Verkehrssteuerung und Warenlogistik, zur Klimatisierung und Beleuchtung, aber auch zur sozialen Kontrolle. So jedenfalls stellt sich Googles Mutterkonzern, die Alphabet Group, die Smart City von morgen vor. Sidewalk Labs – wörtlich: Bürgersteig-Labore – heißt der entsprechende Zweig des Unternehmens, der mit der Konzeption und dem Bau des neuen Stadtviertels betraut ist. Die Smart City „Sidewalk Toronto“ ist dabei weit mehr als nur ein Modellprojekt: Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hofft, dass eines nicht allzu fernen Tages tatsächlich zehntausende Menschen in Quayside leben und arbeiten werden, und Google möchte damit Toronto zu einem „global hub“ einer neuen Industrie für urbane Innovationen machen.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2020

In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema