Ausgabe Dezember 2019

Höcke in der Mitte

Bild: imago images / IPON

Was war das wieder für ein Schauspiel, am Tag nach der Thüringen-Wahl: Befragt nach seiner skandalösen Rede vom Januar 2017, in der Björn Höcke das Holocaust-Mahnmal in Berlin als „Mahnmal der Schande“ bezeichnet und eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert hatte, gab sich der Vorreiter des rechtsradikalen Flügels schwer zerknirscht. Ja, seine Dresdener Rede sei „kolossal in die Hose gegangen“. Allerdings sei es auch eine „Bierzeltrede“ gewesen, bei der er sich „etwas im Ton vergriffen“ habe.

Was Höcke dagegen nicht sagte, war, dass er wenige Wochen zuvor ein Foto von sich mit dem Pegida-Führer Lutz Bachmann und seinem AfD-Flügel-Kollegen Andreas Kalbitz getwittert hatte, dazu den Spruch: „Fünf Jahre Pegida – Danke für fünf Jahre friedlichen Bürgerprotest auf der Straße!“ Und worauf er ebenfalls geflissentlich hinzuweisen vergaß, war, dass besagter Bachmann am 7. Oktober, nur zwei Tage vor den Anschlägen von Halle, eine Rede gehalten hatte, wie sie antisemitischer kaum sein könnte.

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