Ausgabe Februar 2019

COP24: Die Front der Klimaleugner

Die Ergebnisse von UN-Klimakonferenzen erinnern immer öfter an das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Das gilt auch für die COP24 vom vergangenen Dezember im polnischen Kattowitz: Beifall, Freudentränen und sogar ein Luftsprung des Verhandlungsführers Michał Kurtyka zum erfolgreichen Gipfel-Abschluss erweckten den Eindruck, es gebe gute Neuigkeiten. Und tatsächlich haben sich die rund 200 Staaten nun auf ein „Regelbuch“ verständigt, mit dem der 2015 in Paris beschlossene Weltklimavertrag umgesetzt werden soll. Doch damals wie heute reichen die geplanten Klimaziele der Staaten bei weitem nicht aus. Der Kaiser ist immer noch nackt.

Die Klimadiplomatie steckt also in ernsten Schwierigkeiten. Da ist es kein Zufall, dass gerade jetzt der Ruf von Ultrarechten und Konservativen nach einem Ende der Klimakonferenzen erschallt. Sie nutzen die Gunst der Stunde, um das angeschlagene Welt-Klimaparlament, als das sich die COP etablieren konnte, weiter zu schwächen.

Munition liefert ihnen, dass bislang keine der 24 Konferenzen in Aussicht stellen konnte, die globale Klimakrise in absehbarer Zeit in den Griff zu bekommen. Nur wenige kleine Entwicklungsländer befinden sich derzeit tatsächlich auf dem Weg zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Druckausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2020

In der März-Ausgabe analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der »Blätter«-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, wie die US-Demokraten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnten. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für die Wiederaneignung des Nationenbegriffs, um diesen nicht den Rechten zu überlassen. Der Umweltaktivist Bill McKibben plädiert für die Kraft der Sonne und des gewaltfreien Protests, um die Klimakrise noch aufzuhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hellsicht in Zeiten des Umbruchs

von Christopher Resch

Sie sind nicht zu beneiden, die Experten, die Inhaber hoher internationaler Posten, die weißen Männer des Westens. Sozialisiert im Kalten Krieg, müssen sie miterleben, wie das Bündnis zwischen Europa und den USA wankt, das Systemdenken zerbricht, der Grund ihres Handelns ins Schwanken gerät.