Ausgabe Februar 2019

Häusliche Pflege: An der Grenze der Belastbarkeit

„Wir müssen einmal ganz genau austarieren, was Familien leisten können und wo sie Unterstützung brauchen“, kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn Mitte Januar an. Tags zuvor hatte die Bertelsmann-Stiftung eine Studie vorgestellt, nach der der Pflegebeitragssatz bis zum Jahr 2045 von derzeit 3,05 auf 4,25 Prozent steigen müsste.[1] Um dem entgegenzuwirken und zugleich die Pflege ausreichend zu finanzieren, stellt Spahn nun einen steuerfinanzierten Zuschuss in die Pflegekasse in Aussicht. Damit reagiert der Gesundheitsminister erstmals implizit auch auf die Situation der häuslichen Pflege, denn die Bertelsmann-Studie macht ebenfalls darauf aufmerksam, dass die 2045 erwarteten fünf Millionen Pflegebedürftigen voraussichtlich immer weniger zuhause versorgt werden können.[2]

In dem vergangenen November verabschiedeten Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) mit dem Spahn die „Vertrauenskrise in der Pflege“ beenden will, findet sich davon allerdings noch nichts, denn die darin festgeklopften Maßnahmen betreffen ausschließlich den stationären Bereich.

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