Ausgabe Juni 2019

Japan auf neuen Pfaden

Zweimal in den letzten 200 Jahren hat sich Japan neu erfunden: das erste Mal nach der Ankunft der amerikanischen Kriegsschiffe des Commodore Perry 1858 vor der japanischen Küste, die Japan die technische Überlegenheit des Westens vorführte. Damals war der radikale Umbau des Landes in der sogenannten Meiji-Restauration die Antwort auf die drohende Kolonialisierung. Das zweite Mal stieg Japan wie ein Phönix aus der Asche des Zweiten Weltkrieges wieder auf. In beiden Fällen hatten sich Japans altes Gesellschaftsmodell und sein wirtschaftliches und politisches System als nicht mehr lebensfähig erwiesen und seine Antwort war jeweils eine radikale Modernisierung des Landes.[1] Heute scheint Japan vor einer erneuten Wende zu stehen. Denn der Inselstaat steht vor zwei großen Herausforderungen, einer innenpolitischen und einer außenpolitischen.

Zum einen ist Japan die älteste Gesellschaft der Welt. Seit Jahrzehnten liegt die Geburtenrate des Inselstaats lediglich zwischen 1,3 und 1,4 Kindern pro Frau, während gleichzeitig die Lebenserwartung die höchste der Welt ist. Im Vergleich: Selbst in China, dem Land der langjährigen Ein-Kind-Politik, kommt mit durchschnittlich 1,6 Kindern pro Frau mehr Nachwuchs auf die Welt, Französinnen gebären im Schnitt knapp zwei Kinder.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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