Ausgabe November 2019

Russland: Wahlverlierer im Siegesrausch

Bild: imago images / ITAR-TASS

Noch nie haben Regionalwahlen in Russland so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen wie jene am 8. September. Während bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen kaum noch jemand mit Überraschungen rechnet, wurden die Ergebnisse aus den 13 Regionen der Russischen Föderation mit Spannung erwartet. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr dabei die Wahl zur Moskauer Stadtduma: Da die Wahlkampagne in der Hauptstadt von Protesten und Repressionen begleitet wurde, schaute die ganze Welt monatelang auf den Kampf um die Plätze in einem Stadtparlament mit äußerst bescheidenen Kompetenzen. Und auch wenn erneut die loyal zu Präsident Wladimir Putin stehenden Kandidaten die Mehrheit der Stimmen bekamen, reklamieren doch die Regierungspartei Einiges Russland und die Opposition gleichermaßen einen Erfolg für sich.

Tatsächlich konnte die in scheinbar unversöhnliche Strömungen zersplitterte Opposition gerade, aber nicht nur in der Hauptstadt, deutliche Zugewinne verbuchen – wenn auch mit einer nicht ganz risikofreien Strategie. Nicht zuletzt verantwortlich dafür war ein Mann, der gar nicht erst zur Wahl zugelassen wurde: der Blogger und Politiker Alexej Nawalny.

Alexej Nawalny ist aktuell der bekannteste Oppositionelle Russlands, allerdings keineswegs der Anführer der Opposition.

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