Ausgabe Februar 2022

Abschwung verhindern, Macht sichern: China imperial?

Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping in der Großen Halle des Volkes in Peking (China), 15.12.2021 (IMAGO / Xinhua)

Bild: Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping in der Großen Halle des Volkes in Peking (China), 15.12.2021 (IMAGO / Xinhua)

Im Westen gilt China derzeit als Zugpferd der weltwirtschaftlichen Erholung nach der Coronakrise. Doch kann es diese Rolle auch weiterhin ausfüllen – oder steht „die Zukunft einer Globalisierung mit China auf dem Spiel“, wie die dortige Europäische Handelskammer meint?[1]

Hintergrund dieser bangen Frage ist ein wirtschaftspolitischer Strategiewechsel in Peking: Nichts weniger als ein „neues Wirtschaftsmodell“ versprach Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping schon im Mai 2020. Doch anders als bei seiner Ankündigung der Neuen Seidenstraßen (Belt and Road Initiative) im Jahr 2013, die einen weltweiten Debatten-Tsunami anstieß,[2] blieben die Reaktionen in der breiten Öffentlichkeit bislang eher verhalten.[3] Dabei verbirgt sich hinter dem Etikett „Duale Kreislaufstrategie“ (Dual Circulation Strategy, DCS) nichts weniger als eine veritable Neuausrichtung der chinesischen Entwicklungsstrategie, die erhebliche Auswirkungen für die weitere Globalisierung und Chinas Rolle darin haben könnte. Der Politikwissenschaftler James Crabtree sieht darin sogar „eine Wirtschaftsstrategie für einen neuen Kalten Krieg“.[4]

Schon die Neuen Seidenstraßen waren ein deutliches Signal, dass China versucht, sich von seinem investitionsgetriebenen, exportorientierten Wachstumskurs zu befreien.

Februar 2022

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