Ausgabe Februar 2022

Das Gebot der Solidarität: Mit der Impfpflicht aus der Krise

Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto »Impfpflicht - nicht mit uns!« in Düsseldorf, 22.1.2022 (IMAGO / Future Image)

Bild: Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto »Impfpflicht - nicht mit uns!« in Düsseldorf, 22.1.2022 (IMAGO / Future Image)

Wohl nicht erst im Jahr drei der Pandemie fragen sich viele: Wann ist das ganze Elend endlich vorbei? Zwar wird das Coronavirus nach einhelliger Expertenmeinung nicht verschwinden. Doch früher oder später werden wir von einem pandemischen in einen endemischen Zustand übergehen. Dieser wäre erreicht, wenn so viel Grundimmunität in der Bevölkerung vorhanden ist, dass Covid-19 zu so etwas wie der Grippe wird – eine Krankheit, die Jahr für Jahr zirkuliert, mit der man sich immer wieder ansteckt, die für Angehörige von Risikogruppen auch durchaus gefährlich ist, gegen die man sich aber mit regelmäßig anzupassenden Impfungen schützen kann und die nicht mehr das Gesundheitssystem zu überlasten oder die kritische Infrastruktur durch hohe Krankenstände lahmzulegen droht. An diesem Punkt könnte das Leben auch in den Wintermonaten wieder in gewohntere Bahnen zurückkehren. Die Zeitschleife von Kontaktbeschränkungen und Lockerungen würde enden.

Mit der neuen, sich rasant übertragenden Variante Omikron sind wir dieser Situation laut Experten wie Christian Drosten näher denn je. Er hält es für realistisch, dass Länder mit hohen Impf- und Genesenenquoten wie Großbritannien den endemischen Zustand im Laufe dieses Jahres erreichen.

Februar 2022

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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