Ausgabe Februar 2022

Das Recht von Mensch und Natur: Der Kampf gegen die Klima-Apartheid

Der 16jährige Peia Kararaua schwimmt durch ein überschwemmtes Gebiet, um sein Haus im Dorf Aberao im pazifischen Inselstaat Kiribati zu erreichen (IMAGO / ZUMA Press)

Bild: Der 16jährige Peia Kararaua schwimmt durch ein überschwemmtes Gebiet, um sein Haus im Dorf Aberao im pazifischen Inselstaat Kiribati zu erreichen (IMAGO / ZUMA Press)

Nicht erst seit dem jüngsten UN-Klimagipfel in Glasgow und dem Antritt der Ampelregierung warnen Klimapolitiker*innen wie -aktivist*innen völlig zu Recht: Das kommende Jahrzehnt wird entscheidend dafür sein, ob es uns gelingt, den von Wissenschaftler*innen prognostizierten Klimakollaps noch abzuwenden, zumindest aber zu mindern. Dabei wird allerdings ein wissenschaftsbasierter Ansatz allein keineswegs ausreichen, um eine wirklich gerechte Transition unserer Gesellschaften und Wirtschaftssysteme in ein klimaneutrales Zeitalter zu erreichen. Nötig dafür sind vielmehr ein menschenrechtsbasierter Ansatz sowie ein klares Verständnis der historischen Verantwortung für die Klimakrise und die überaus ungleiche Verteilung der durch den Klimawandel verursachten Schäden.

In der klimapolitischen Debatte spielten Menschenrechte lange keine Rolle: Im Paris-Abkommen beispielsweise wird den menschenrechtlichen Verpflichtungen von Staaten praktisch keine Bedeutung beigemessen. Auch bei der COP26 in Glasgow war wenig von Menschenrechten die Rede. Klima-Aktivist*innen ebenso wie die großen Umweltverbände bedienten sich lange überhaupt nicht der Sprache der Menschenrechte, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Aber auch klassische Menschenrechtsorganisationen und -aktivist*innen fingen erst in den vergangenen Jahren damit an, menschenrechtliche Probleme in einen Zusammenhang mit der Klimakrise zu stellen.

Februar 2022

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In der Dezember-Ausgabe ergründet Thomas Assheuer, was die völkische Rechte mit der Silicon-Valley-Elite verbindet, und erkennt in Ernst Jünger, einem Vordenker des historischen Faschismus, auch einen Stichwortgeber der Cyberlibertären. Ob in den USA, Russland, China oder Europa: Überall bilden Antifeminismus, Queerphobie und die selektive Geburtenförderung wichtige Bausteine faschistischer Biopolitik, argumentiert Christa Wichterich. Friederike Otto wiederum erläutert, warum wir trotz der schwachen Ergebnisse der UN-Klimakonferenz nicht in Ohnmacht verfallen dürfen und die Narrative des fossilistischen Kolonialismus herausfordern müssen. Hannes Einsporn warnt angesichts weltweit hoher Flüchtlingszahlen und immer restriktiverer Migrationspolitiken vor einem Kollaps des globalen Flüchtlingsschutzes. Und die Sozialwissenschaftler Tim Engartner und Daniel von Orloff zeigen mit Blick auf Großbritannien und die Schweiz, wie wir dem Bahndesaster entkommen könnten – nämlich mit einer gemeinwohlorientierten Bürgerbahn. 

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