Ausgabe Mai 2022

Israels neue Verbündete: Frieden statt Flächenbrand?

Der israelische Außenminister Yair Lapid (links) empfängt den bahrainischen Außenminister Abdullatif bin Rashid Al Zayani in Sde Boker in der südisraelischen Negev-Wüste, 27.3.2022 (IMAGO / Xinhua)

Bild: Der israelische Außenminister Yair Lapid (links) empfängt den bahrainischen Außenminister Abdullatif bin Rashid Al Zayani in Sde Boker in der südisraelischen Negev-Wüste, 27.3.2022 (IMAGO / Xinhua)

Vierzehn Tote bei vier Anschlägen in 15 Tagen hat es in Israel seit vielen Jahren nicht mehr gegeben. Bei Beobachter*innen und Betroffenen weckt der Terror daher auch Erinnerungen an die Zeit der Zweiten Intifada. Sie begrub jene Hoffnung auf einen palästinensischen Staat, welche die Abkommen von Oslo vor dreißig Jahren genährt hatten. Dass die Amokläufe in Be‘er Sheva und Hadera Ende März zunächst an der Peripherie des Landes stattfanden und ein Attentäter erst im April in Tel Aviv zuschlug, nährt die Sorge, dass ein Ende der Eskalation noch nicht erreicht ist. Dafür sprechen auch die Raketenangriffe der Hamas aus dem Gazastreifen zu Beginn des Pessachfestes Mitte April, auf welche die israelische Armee mit Luftangriffen reagierte.

Die Frage, ob eine Dritte Intifada bevorstehe, beschäftigt Medien, Politikwissenschaft und Diplomatie seit mehr als zehn Jahren. Bislang ist diese ausgeblieben, was vielleicht daran liegt, dass eigentlich zwei Aufstände unter dem Pflaster schlummern. Der eine ist jener von Millionen Palästinenser*innen gegen ihre eigenen Herrscher: die dysfunktionale Palästinensische Autonomiebehörde (PA), die maßgeblich für gravierende Demokratiedefizite in den von ihr kontrollierten Gebieten verantwortlich ist. Die Generation, die dagegen aufbegehrt, kam nach den Oslo-Abkommen auf die Welt, die in den Jahren 1993 und 1995 unterzeichnet worden waren.

Mai 2022

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (11.00€)
Druckausgabe kaufen (11.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema