Ausgabe Juni 2026

Politische Bildung: Parteilich für die Grundrechte

Symbolbild, Grafik - vier Hände melden sich: IMAGO / Zoonar

Bild: Symbolbild: IMAGO / Zoonar

Hakenkreuze, Hitlergrüße, rassistische Beschimpfungen auf dem Pausenhof – neu sind diese Phänomene nicht: Bereits vor einiger Zeit haben Rico Behrens, Anja Besand und Stefan Breuer in ihrem Buch »Politische Bildung in reaktionären Zeiten. Plädoyer für eine standhafte Schule«1 zahlreiche Fälle zusammengetragen. Vor drei Jahren sorgten dann erschütternde Zustände an der Grund- und Oberschule Burg (Spreewald) für bundesweite Schlagzeilen. Die Lehrerin Laura Nickel und ihr Kollege Max Teske wandten sich in einem offenen Brief an die Medien. Sie berichteten von einem vorherrschenden rechtsextremen Gedankengut an ihrer Schule, aber auch von unzureichender Unterstützung und von Anfeindungen gegen jene, die Haltung zeigen.2 

Die autoritären Versuchungen, die Wilhelm Heitmeyer bereits 2018 beschrieben hat, wirken inzwischen bis weit in die Gesellschaft hinein. Der sich auch parlamentarisch verfestigende Rechtsradikalismus verändert nicht nur die Stimmung in Jugendclubs und Sportvereinen, sondern gerade auch in Klassen- und Lehrerzimmern. Autoritäre Kräfte versuchen im direkten Kontakt wie auch über soziale Netzwerke ganz bewusst junge Menschen zu erreichen. 

Wenngleich Erstwähler:innen bei der Bundestagswahl und den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg mehrheitlich noch Parteien links von der Mitte gewählt haben, gewinnen die AfD und ihr radikales politisches Vorfeld an Einfluss.

»Blätter«-Ausgabe 6/2026

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social-Media- kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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