Bild: Demonstrant:innen auf der Place de la République; die Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein, um sie zu vertreiben, 18.10.2026 (IMAGO / Jan Schmidt-Whitley / Le Pictorium)
Was im September mit der Blockade einiger Oberstufenschulen in Städten wie Paris und Lyon begann, eskalierte wenige Wochen später an einem chaotischen und brutalen Protesttag: Der 17. Oktober wird in Frankreichs Geschichte eingehen. Die Schülerproteste, die bis dahin im Mittelpunkt standen, sind angesichts brennender Rathäuser und geplünderter Geschäfte in den Hintergrund getreten. Doch sie waren der Auftakt zu der schweren politischen Krise, die Frankreich nun erschüttert.
Eines steht fest: Die Jugend ist mit ihren Forderungen auf dieselbe politische Ignoranz gestoßen, die schon viele Protestbewegungen der vergangenen Jahre erfahren haben – und auf dieselbe Polizei, die nie gelernt hat zu deeskalieren. Am 17. Oktober vereinten sich diese Enttäuschten zu Demonstrationen in zahlreichen Städten des Landes: Die Gelbwesten kämpften für bessere Arbeit und höhere Löhne, Lehrerinnen für kleinere Klassen, Gewerkschaftler für eine Vermögenssteuer, Oberstufenschüler für kürzere Unterrichtstage, Studierende für einen gerechteren Unizugang, Landwirte für Hilfen nach einem verheerend heißen Sommer, Taxifahrer für günstigeres Benzin.
Die heutigen Demonstrationen bündeln den Frust der vergangenen Jahre. Sie sind ihr Kondensat. 2018 und 2019 blockierten die Gelbwesten Samstag für Samstag die feinsten Straßen der Hauptstadt und hunderte Kreisverkehre in der Provinz.