Ausgabe Oktober 2026

Israel und Palästina: Wahlen ohne Wirkung oder historische Chance?

Gadi Eisenkot, Netanjahus aussichtsreichster Gegner und Vorsitzender der Yashar-Partei, 7.9.2026 (IMAGO / Xinhua)

Bild: Gadi Eisenkot, Netanjahus aussichtsreichster Gegner und Vorsitzender der Yashar-Partei, 7.9.2026 (IMAGO / Xinhua)

Bei der Parlamentswahl in Israel könnte die israelische Opposition die Gelegenheit verpassen, Benjamin Netanjahu abzulösen, weil sie nicht mit arabischen Parteien zusammenarbeiten will. Die Wahl des palästinensischen Legislativrats könnte erneut verschoben werden. Dennoch bergen beide Abstimmungen eine Chance, einen Weg in eine friedlichere Zukunft zu eröffnen.

Am 27. Oktober wählen die Israelis neue Abgeordnete für ihr Parlament, die Knesset. Einen Monat später, am 28. November, sollen die Palästinenser im Westjordanland und in Gaza erstmals seit 20 Jahren den Legislativrat der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) wählen. Seit dem Urnengang in Israel im November 2022 hat die rechteste Regierung in der Geschichte des Landes Demokratie und unabhängige Justiz geschwächt, den Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 trotz klarer Warnungen nicht verhindert, einen zerstörerischen Krieg in Gaza geführt, 843 Tage für die Befreiung aller 251 Geiseln aus Gaza gebraucht – nur 168 davon lebend –, mehrfach Krieg gegen Iran geführt sowie Teile des Südlibanons, Syriens und Gazas besetzt. Zudem muss sich Israel vor dem Internationalen Gerichtshof wegen Verstößen gegen die Völkermordkonvention verantworten. 

Nach den bisher letzten Wahlen zum Palästinensischen Legislativrat im Januar 2006 wiederum übernahm die Hamas nach ihrem Wahlsieg gewaltsam die Kontrolle über Gaza und unterdrückte blutig jeglichen Protest.

»Blätter«-Ausgabe 10/2026

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