Bild: Irans Präsident Massud Peseschkian hält eine Rede; im Hintergrund sieht man die Konterfeis der Mullahs, 23.8.2026 (IMAGO / Anadolu Agency)
Nach 60 Tagen lief im August der ohnehin brüchige Waffenstillstand zwischen den USA und Iran aus. Egal, zu welchem Arrangement es letztlich kommt: Trotz erheblicher personeller und militärischer Verluste wurde die Islamische Republik nicht zu einer politischen und militärischen Kapitulation gezwungen und blieb als staatliche und politische Ordnung handlungsfähig. Die Regimeführung stellt ihr Überleben als Sieg dar. Tatsächlich blieb der Zusammenbruch aus, die staatlichen Institutionen arbeiten weiter, die Streitkräfte blieben handlungsfähig, und nach der Tötung des Obersten Führers Ali Chamenei wurde innerhalb weniger Tage ein neuer Führer bestimmt. Eine stabile Nachkriegsordnung in Iran lässt sich daraus aber nicht ablesen.
Die Islamische Republik überstand die Angriffe, weil es ihr gelang, sich nach der Tötung einzelner Führungspersonen schnell zu reorganisieren. Ersatzstrukturen entstanden, Befehlsketten wurden wiederhergestellt und politische Entscheidungen blieben möglich. Nach dieser improvisierten Reaktion veröffentlichte Anfang August die staatliche Nachrichtenagentur die neuen Namen an der Spitze des Sicherheitsapparats. So übernahm Ali Abdollahi, seit 1979 in verschiedenen Funktionen Kommandeur bei den Revolutionsgarden, den Generalstab und Ahmad Vahidi, unter anderem von 2009 bis 2013 Verteidigungsminister, das Kommando über die Revolutionsgarden.