Ausgabe September 2026

»Blätter«-Ausgabe 9/2026

In der September-Ausgabe erläutert Sighard Neckel, warum sich nicht allein das Klima, sondern unsere kapitalistische Gesellschaftsordnung in einer fundamentalen Krise befindet. 25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 bilanziert Ronald Ofteringer die Folgen des »War on Terror« und zeigt, dass dessen Instrumente heute weiter angewendet werden – im Rahmen einer neuen imperialen Sicherheitskultur. René Wildangel macht die deutsche Regierung mitverantwortlich für Israels Weg in die internationale Isolation und fordert ein Ende der deutschen Toleranz gegenüber Netanjahus völkerrechtswidriger Politik. Ferdinand Muggenthaler erläutert, warum die globale Regulierung einer zunehmend autonom agierenden Künstlichen Intelligenz nötig ist. Philipp Humm wiederum fragt, inwiefern KI die Lohnarbeit an ihr historisches Ende führen wird – mit möglicherweise weitreichenden Folgen für die Demokratie. Jan-Peter Olters zeigt, wie die extreme Rechte wirtschaftliche Unsicherheit in identitäre Loyalität verwandelt – und die materiellen Interessen ihrer Kernwählerschaft verrät. Maristella Svampa skizziert, wie sich Argentinien unter Javier Milei zum Modell für einen neuen »Technofaschismus« entwickelt. Und Olga Bubich blickt nach Belarus, wo das Lukaschenko-Regime mit Buchverboten nicht nur die intellektuelle Elite des Landes erstickt, sondern auch eine ganze Gesellschaft der Unwissenheit preisgibt.

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Kommentare

Schutzzölle und Ratlosigkeit: Europa und der China-Schock

Schon im Mai 2024 schrieb Paul Krugman, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, in seiner Kolumne für die »New York Times«, inzwischen sei klar, »dass sich ein zweiter China-Schock aufbaut«. Der sogenannte erste China-Schock bezieht sich auf die 1990er und 2000er Jahre, als Importe aus China schätzungsweise 1,5 Millionen Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe der USA verdrängten.

Iran und der Krieg: Die hartnäckige Herrschaft der alten Garde

Nach 60 Tagen lief im August der brüchige Waffenstillstand zwischen den USA und Iran aus. Egal, zu welchem Arrangement es letztlich kommt: Trotz erheblicher personeller und militärischer Verluste wurde die Islamische Republik nicht zu einer politischen und militärischen Kapitulation gezwungen.

»Kakerlaken«-Proteste: Indiens zerbrochener Gesellschaftsvertrag

Über einen Monat lang demonstrierten junge Menschen in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi und weiteren großen Städten des Landes, bis die Regierung ihrer Forderung nach einem Rücktritt des Bildungsministers Dharmendra Pradhan nachgab.

Debatte

Aufgespießt

Analysen und Alternativen

Katastrophe ohne Ausweg?

Wie selten zuvor haben die vergangenen Monate die dramatischen Auswirkungen dessen unter Beweis gestellt, was landläufig als Klimakrise bezeichnet wird. Allerdings handelt es sich dabei um etwas völlig anderes, nämlich um eine systemische, aber auch gesellschaftliche Krise des naturzerstörenden Kapitalismus.

25 Jahre Nine Eleven

25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und dem von den USA ausgerufenen »War on Terror« sind dschihadistische Gruppen Teil eines expandierenden Konfliktgeschehens, während das Instrumentarium des Antiterrorkriegs weiter Anwendung findet, auch über die Terrorbekämpfung hinaus – als Bestandteil einer neuen globalen Sicherheitskultur des »Rechts des Stärkeren«.

Buch des Monats