Die Kunst der Bricolage
Die dramatische Doppelkrise aus fortschreitender Klimaerwärmung und schwindender Biodiversität führt in eine zeitliche Zwickmühle: Es müsste sich sofort sehr viel ändern, was unrealistisch erscheint.
Frank Adloff, geb. 1969 in Wuppertal, Dr. phil., ist Professor für Soziologie an der Universität Hamburg.
Im Folgenden finden Sie sämtliche »Blätter«-Beiträge von Frank Adloff.
Die dramatische Doppelkrise aus fortschreitender Klimaerwärmung und schwindender Biodiversität führt in eine zeitliche Zwickmühle: Es müsste sich sofort sehr viel ändern, was unrealistisch erscheint.
Bis zum Ende des Jahrhunderts drohen viele Lebensformen auf der Erde auszusterben. Doch obwohl der Verlust der Biodiversität auch die Menschheit selbst gefährdet, schützen wir die Natur bislang nur unzureichend.
Die kommende Bundesregierung muss nicht nur die soziale, sondern vor allem auch die ökologische Frage in Angriff nehmen – ohne dabei verschiedene soziale Milieus gegeneinander auszuspielen.
Die für den Kampf gegen den Klimawandel dringend gebotene globale Kooperation stagniert seit Jahren; große Teile Afrikas werden von Kriegen, korrupten Regierungen, Hunger und Vertreibung zerrüttet; die sozialen Ungleichheiten wachsen in vielen Ländern dramatisch, und die Wirtschafts-, Staatsverschuldungs- und Finanzkrise ist längst nicht überwunden.
Im August letzten Jahres setzte Präsident Bill Clinton eine Wohlfahrtsreform in Kraft, die das bisherige System sozialer Sicherung revolutioniert hat. Sie bedeutete den tiefgreifendsten Einschnitt in die Sozialgesetzgebung der Vereinigten Staaten seit 60 Jahren.