Wie wir eine ökologische Zukunft offenhalten können
Bild: In den nächsten 10 bis 20 Jahren müssen pragmatische Maßnahmen und politische Interventionen im Rahmen der ökologischen Modernisierung vorangetrieben werden. Hier zu sehen: Eine Agri-Photovoltaik-Anlage in Kaiserstuhl (IMAGO / Zoonar)
Die dramatische Doppelkrise aus fortschreitender Klimaerwärmung und schwindender Biodiversität führt in eine zeitliche Zwickmühle: Es müsste sich sofort sehr viel ändern, was unrealistisch erscheint. Deshalb ist die Gefahr groß, in einen apokalyptischen Zukunftspessimismus zu verfallen. Der Ausweg muss ein schrittweises Handeln sein, das ökologische Modernisierung und radikalen Systemwandel gleichzeitig verfolgt.
Wir befinden uns bereits in einer Phase der »Post-Nachhaltigkeit«, in der die negativen Auswirkungen des Klimawandels und des Biodiversitätsverlustes – mit dem Risiko eines gesellschaftlichen Zusammenbruchs –zunehmend spürbar werden, was das Vertrauen in eine positive Zukunft untergräbt. Doch sowohl ein Präsentismus, der einen sofortigen radikalen Wandel fordert, als auch ein apokalyptischer Pessimismus sind problematisch. Ersterer ist komplett unrealistisch, Letzterer unverantwortlich. Wie aber können wir den so dringend gebotenen institutionellen Wandel tatsächlich gestalten? Statt auf fixe Utopien oder Resignation zu setzen, brauchen wir ein schrittweises, tastendes Handeln, das zugleich langfristige Folgen bedenkt – eine Art Bricolage.1 Zukunft darf trotz des Verlustes einer Fortschrittsperspektive nicht durch Präsentismus oder Pessimismus abgeschlossen, sondern muss offengehalten werden. Nur so bleiben wir anpassungsfähig und demokratisch handlungsfähig.