Ausgabe Mai 2026

Knapp und kommerzialisiert: Der Kampf ums Wasser

In Lübbenau entsteht ein Mega-Rechenzentrum, dessen Kühlung beträchtliche Wassermengen benötigen wird, 21.4.3036 (IMAGO / Jochen Eckel)

Bild: In Lübbenau entsteht ein Mega-Rechenzentrum, dessen Kühlung beträchtliche Wassermengen benötigen wird, 21.4.3036 (IMAGO / Jochen Eckel)

Wasserknappheit – das scheint für viele noch immer eine Frage anderer Kontinente zu sein. Das ist ein Irrtum, denn angesichts der Klimakrise verschärft sich auch hierzulande vielerorts der Wassermangel. Befördert wird dieser zudem von industriellen Großprojekten mit hohem Wasserverbrauch und einer Kommerzialisierung von Grundwasserressourcen – zulasten der Menschen und der Natur.

Zunehmende Dürren, austrocknende Seen und Flüsse, sinkende Grundwasserspiegel – der jüngste UN-Bericht des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit (UNU-INWEH) spricht nicht länger von Wasserkrise oder Wasserknappheit, sondern von einem »globalen Wasserbankrott«1. Und das zu Recht, denn schließlich wird in vielen Regionen der Erde heute mehr Wasser verbraucht, als nachhaltig verfügbar ist. Was jedoch den wenigsten Menschen klar sein dürfte: Auch Deutschland zählt zu diesen Ländern. Seit der Jahrtausendwende verlieren wir im Schnitt 2,5 Gigatonnen Wasser pro Jahr. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 54 Millionen Menschen.2 In absoluten Zahlen gehört Deutschland damit zu den Ländern mit den höchsten Wasserverlusten weltweit.3 Dabei schwindet das Wasser nicht überall gleich: Der Verlust von Grundwasser ist im Norden Deutschlands wesentlich stärker ausgeprägt als im Süden. Insbesondere die heute bereits trockenen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg werden in den kommenden Jahrzehnten massive Probleme mit Wassermangel bekommen.

»Blätter«-Ausgabe 5/2026

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Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

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