Ausgabe November 1990

Rückkehr nach Europa

Am Ende zweier Sonderwege? Ein Gespräch mit Wjatscheslaw Daschitschwew

Professor Wjatscheslaw Daschitschew vom Moskauer Institut für internationale wirtschaftliche und politische Studien (ehemals Institut für die Ökonomie des Sozialistischen Weltsystems) ist einer der profiliertesten sowjetischen Deutschlandexperten, der hierzulande u.a. mit unkonventionellen Auffassungen zur Frage der Einheit Aufmerksamkeit erregte. So plädierte er im April vergangenen Jahres in einem "Blätter"-Gespräch für die "Überwindung der Getrenntheit zwischen den beiden deutschen Staaten" (vgl. "Blätter", 6/1989, S. 673 ff.). Am Vorabend der Vereinigung der beiden deutschen Staaten sprachen Karl D. Bredthauer und Arthur Heinrich mit Wjatscheslaw Daschitschew über die Zukunft Deutschlands und der deutsch-sowjetischen Beziehungen. D. Red.

 

"Blätter": Am 12. September 1990 gingen die zwei-plus-vier-Verhandlungen zu Ende. In der "Abschließenden Regelung in bezug auf Deutschland" ist von dem "künftigen Deutschland " die Rede. Einen Tag später wurde in Moskau ein Abkommen mit 20jähriger Laufzeit paraphiert, das bezeichnenderweise den Titel "Vertrag über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken" trägt.

November 1990

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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